Spotanalyse

SNB: Interventionen halten sich in Grenzen

Lesedauer: 2 Min
Finanzmarktteilnehmer sind bereits gespannt: Wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) in dieser Woche der Europäischen Zentralbank (EZB) folgen und die Zinsen noch tiefer senken? Um der Antwort im Vorfeld der am Donnerstag anstehenden SNB-Sitzung etwas näher zu kommen, lohnt sich der Blick auf die Franken-Sichteinlagen bei der Nationalbank.

Letztere gelten als Indikator für das wöchentliche Interventionsvolumen der eidgenössischen Währungshüter an den Devisenmärkten. Demnach hat die SNB in der vergangenen Woche Eingriffe vorgenommen, doch das Volumen blieb mit 871 Mio. Franken noch in einem überschaubaren Rahmen. Es sollte dabei bedacht werden, dass am vergangenen Donnerstag die EZB ihr grosses Massnahmenpaket lanciert hat. Trotz der EZB-Aktionen kam demnach also kein übergrosser Aufwertungsdruck auf den Franken auf.

Damit reduziert sich aber auch der Handlungsdruck für die SNB. Für die eidgenössischen Währungshüter hat nach wie vor die Entwicklung des Wechselkurses hohe Priorität. Das heisst so viel wie: Da ein deutlicher Aufwertungsdruck auf den Franken derzeit nicht zu verzeichnen ist, wird die SNB wohl die Füsse stillhalten. Einen Automatismus zwischen EZB und SNB gibt es nicht.

 

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group                                  

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