Spotanalyse

Wachstum in der Eurozone so kräftig wie nie zuvor

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 2 Min
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Eurozone legt einer ersten Schätzung zufolge im dritten Quartal mit einer rekordhohen Wachstumsrate von 12.7 % gegenüber dem Vorquartal zu.

An der Zahl kann man sich ergötzen. Gewöhnen sollte man sich aber nicht daran, denn es geht bereits wieder in den Rückwärtsgang.

Spanien, Frankreich und Italien glänzen mit zweistelligen Zuwachsraten. Das französische BIP verbucht gar ein Plus von 18.2% im Quartalsvergleich. Allerdings spiegeln sich darin vor allem Basiseffekte. Der Absturz im zweiten Quartal war derart tief, so dass im dritten Quartal nach dem wirtschaftlichen Neustart entsprechend hohe Zunahmen zu verbuchen sind.

Die Sommersaison verlief in den südlichen Euroländern verhältnismässig gut. Die Touristen kamen an die Strände, was bei den Hoteliers, bei den Taxifahrern, den Boutiquen und an den Flughäfen die Kassen klingeln liess.

Doch wie wir jetzt wissen war uns nur eine Atempause gegönnt. Die Regierungen sind wieder zu Lockdown-Massnahmen gezwungen. Aus dem Traumsommer scheint ein Alptraumwinter zu werden. Gerade in den südlichen Ländern droht das Virus ausser Kontrolle zu geraten. Die Restriktionen sind dementsprechend hart, was im vierten Quartal zu deutlichen wirtschaftlichen Bremsspuren führen wird.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verhindert mit ihren Anleihekäufen derweil, dass die Corona-bedingten wirtschaftlichen Turbulenzen nicht die Staatsanleihenmärkte der südeuropäischen Länder anstecken. Darüber hinaus wird die EU mit ihrem Wiederaufbaufonds für Wachstumsimpulse sorgen.

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