Spotanalyse

Deutschland: Exporte entziehen sich dem Materialmangel

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank
Lesedauer: 2 Min
Die Exporte Deutschlands legen im Mai um 0.3 % gegenüber dem Vormonat zu.

Die Exporte können sich dem Materialmangel entziehen. Die Unternehmen schaffen es, genügend Waren in den Versand zu geben. Das ist sehr erfreulich. Immerhin liegen damit die Exporte zum 13. mal in Folge im jeweiligen Monatsvergleich im Plus. Was für eine Serie! Auch das Plus der Importe von 3.4 % gegenüber April ist erfreulich. Es zeigt, dass wieder mehr Waren in Deutschland ankommen.
 
Die starke Exportorientierung der deutschen Industrie wird oftmals bemängelt. Doch bei aller berechtigter Kritik, während der Corona-Pandemie war die starke Exportwirtschaft eine Wohltat. Das frühzeitige Anspringen der chinesischen Wirtschaft füllte die Auftragsbücher vieler Unternehmen inmitten der ersten Corona-Welle. Das gab Perspektive und stärkte die konjunkturelle Zuversicht. Letztere wiederum ist wichtig für die Investitionstätigkeit.
 
Doch so erfreulich die Exportentwicklung auch sein mag, es ist wohl nur eine Frage der Zeit, ehe sich die Materialknappheit auch auf die Ausfuhren niederschlagen wird. Die Industrieproduktion war in diesem Jahr mit Ausnahme des März jeweils im Minus. Wird weniger produziert, wird auch weniger exportiert.
 
Ganz unabhängig davon gilt: Jede noch so tolle Serie, geht irgendwann einmal zu Ende. Die Corona-Pandemie hat ihre ganz spezielle Anatomie. Inmitten der Pandemie kam es zu einem Anspringen der Industriekonjunktur. Es war ein Boom während einer globalen Gesundheitskrise. Doch diese spezielle Anatomie führt auch dazu, dass sich nach der Pandemie die Lage normalisiert. Das gilt nicht nur für die deutsche Wirtschaft, sondern auch für die globale. Der Wachstumszenit dürfte im zweiten Halbjahr überschritten werden – auch bei den Exporten.

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