Spotanalyse

Deutschland: Materialknappheit schlägt nun voll durch

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank
Lesedauer: 1 Min
Die Industrieproduktion in Deutschland gibt im April um 1 % gegenüber März nach.

Solch eine Konstellation sucht seinesgleichen. Die Auftragsbücher der Industrie sind gut gefüllt und dennoch gibt die Produktion nach. Die Materialknappheit schlägt nun voll durch.

Die fehlenden Vorprodukte, wie etwa Halbleiter, bremsen die Produktion aus. Die Industrie kann deshalb nur bedingt zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beitragen. Die Nach-Corona-Zeit hat also durchaus die eine oder andere Überraschung parat.

Die Öffnung des Dienstleistungssektors kommt jetzt wie gerufen. Das Hotel- und Gaststättengewerbe und der Freizeitsektor werden die Wirtschaft im zweiten Quartal anschieben. Die Industrieproduktion kann also auch auf kleinerer Flamme lodern, ohne dass dadurch die Gesamtwirtschaft in Bedrängnis kommt.

Die gute Nachricht ist, dass es in der Industrie zu kräftigen Nachholeffekten kommen wird, sobald Material in ausreichendem Mass vorhanden ist. Aus diesem Blickwinkel lässt sich der Materialknappheit sogar eine positive Seite abringen. Würde neben dem Dienstleistungssektor auch die Industrie auf Hochtouren laufen, könnte sogar eine Überhitzung drohen.

So aber kommt es zu einer konjunkturellen Glättung. Der Dienstleistungssektor wird im zweiten aber auch im dritten Quartal massgeblich zum Wirtschaftswachstum beitragen. Normalisiert sich das Geschehen im Service-Bereich im vierten Quartal, kann die Industrie mit Nachholeffekten in die Bresche springen

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