Spotanalyse

Deutschland: Mehr Konjunkturoptimismus im Mai

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank
Lesedauer: 1 Min
Die ZEW-Konjunkturerwartungen steigen im Mai von 70.7 auf 84.4.

Die vom ZEW befragten Finanzmarktanalysten blicken trotz Materialknappheiten im Mai optimistischer in die Zukunft. Die Impferfolge und die zu erwartende Erholung im Dienstleistungssektor überwiegen die Nachschubprobleme bei Materialien in der Industrie. Es stellt sich allerdings die Frage, um wieviel mehr wären die ZEW-Konjunkturerwartungen wohl ohne den Mangel an Vorprodukten gestiegen?

Die ZEW-Konjunkturerwartungen geben derzeit jedoch ein realistisches Bild ab. Der Aufschwung wird dank zu erwartender Öffnungen des Hotel- und Gaststättengewerbes und des Freizeitsektors in den kommenden Monaten vorankommen. In Anbetracht gut gefüllter Auftragsbücher wären eigentlich auch die Weichen für ein kräftiges Anziehen der Industriekonjunktur gestellt. Das verarbeitende Gewerbe kann aber nicht auf die Überholspur ausscheren, weil der Materialmangel ein Tempolimit verhängt. 

In der Summe bleibt es bei einem wirtschaftlichen Aufschwung. Für eine Erholung in Rekordgeschwindigkeit fehlt es jedoch am nötigen Materialnachschub. Ist dieser in ausreichender Menge im dritten oder auch vierten Quartal vorhanden, kommt es allerdings zu kräftigen Nachholeffekten. Um der Materialknappheit damit auch eine positive Seite abzugewinnen: Der Aufschwung kann dadurch geglättet werden. Im zweiten und dritten Quartal wird die Erholung im Dienstleistungssektor merklich positiv auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum wirken. Normalisiert sich das Geschehen im Dienstleistungssektor zum Jahresende, könnte das verarbeitende Gewerbe mit Nachholeffekten in die Bresche springen

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