Spotanalyse

Inflation: Der Anstieg hat begonnen

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 1 Min
Die Inflationsrate in Deutschland ist im März einer ersten Schätzung zufolge von 1.3 % auf 1.7 % gestiegen.

Die März-Inflationsrate bildet den Auftakt zu einem Teuerungsschub über die Frühjahrsmonate hinweg. Basiseffekte schlagen sich nun deutlich nieder. Die Corona-Krise jährt sich, was die Inflationsraten merklich beeinflusst. Die Erdölpreise waren im März 2020 massiv gefallen, womit die Vergleichsbasis entsprechend niedrig ist. Im direkten Jahresvergleich schlägt sich der höhere Preis nun spürbar in der Inflationsrate nieder. Im April wird dieser Effekt besonders deutlich ausfallen.

Inflationsfurcht ist dennoch nicht angebracht. Es handelt sich lediglich um einen temporären mathematischen Effekt. In den Sommermonaten ist dann der Spuk grossteils vorbei. Die Ölpreise haben ab Mai 2020 wieder angezogen, was den Basiseffekt sukzessive verringert. Aufgrund des nur temporären Anstieges der Inflationsraten wird die Europäische Zentralbank (EZB) gelassen durch diese Phase hindurchschauen. Die europäischen Währungshüter werden mittelfristig nicht mit zu hohen sondern mit zu niedrigen Inflationsraten zu kämpfen haben.

Inflation fällt nicht einfach vom Himmel. Es bedarf gewisser Zutaten, um ein nachhaltig höheres Preisniveau zu erreichen (wie hier beschrieben). Dazu gehört vor allem ein stärkeres Lohnwachstum. Doch in Anbetracht der Corona-Krise wird bei den kommenden Lohnverhandlungen wohl eher Schmalkost als Völlerei angesagt sein.

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