Spotanalyse

US-Inflation: Jetzt hebt sie ab

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 2 Min
Die Inflationsrate steigt im März von 1.7 % auf 2.6 %.

Die US-Inflationsrate startet zu ihrem Gipfelsturm. Notierungen von über 2% gab es zuletzt in der Vor-Corona-Zeit im Februar 2020. Vor allem die im Jahresvergleich deutlich höheren Ölpreise schlagen sich auf die Teuerung nieder.

Oder um es allgemeiner zu formulieren: All diejenigen Preise, die im Zuge der ersten Corona-Welle und den verhängten Eindämmungsmassnahmen fielen, lassen nun umgekehrt die Inflationsrate in die Höhe gehen. In den kommenden Monaten machen sich beispielsweise auch die während der Pandemie massiv gefallenen Flugticketpreise preistreibend bemerkbar.

Die Fahnenstange des Preisauftriebs ist deshalb noch nicht erreicht. Die Inflationsraten werden bis Juli von Monat zu Monat zulegen und dabei auch die Marke von 3 % überspringen.

Vielerorts ruft diese Entwicklung Sorgen hervor. Die Furcht ist, dass nun aufgrund der fiskalischen und geldpolitischen Hilfen ein Inflationsdamm gebrochen ist. Doch beim Inflationsanstieg handelt es sich um ein temporäres Phänomen. Die Corona-Pandemie hat das Konsumverhalten verändert und damit auch das Preisgefüge massiv durcheinander gewirbelt. Nun muss sich in den kommenden Monaten der Staub legen.

Die US-Notenbank Fed wird durch die Phase der erhöhten Inflationsraten hindurchschauen und die Geldpolitik nicht restriktiver gestalten. Auf einem anderen Blatt steht indes, dass es die Geldpolitik in diesem Ausmass vor dem Hintergrund der gewaltigen Rettungs- und Infrastrukturprogramme nicht mehr bedarf. Die Geldpolitik und die Fiskalpolitik ergänzen sich nicht mehr, sie sind zu Substituten geworden. Es ist also durchaus denkbar, dass Fed-Präsident Jerome Powell eine Reduktion der monatlichen Anleihenkäufe in einem Umfeld rückläufiger Inflationsraten in Aussicht stellen wird. Dies könnte etwa im Spätsommer der Fall sein.

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