Spotanalyse

USA: Magerer Stellenaufbau im Januar

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 2 Min
Ausserhalb des Landwirtschaftssektors sind in den USA im Januar lediglich 49´000 neue Stellen geschaffen worden. Die Arbeitslosenquote fällt von 6.7 % auf 6.3 %.

Nach dem Nackenschlag im Dezember steht im Januar also wieder eine Stellenaufbau zu Buche. Zwar ist das Plus in Anbetracht des im vergangenen Jahr registrierten Arbeitsplatzabbaus nicht üppig, doch eine neuerliche Negativserie an Jobverlusten ist nicht eröffnet worden.

Dass aus dem Stellenminus des Vormonats ein Stellenplus wurde, ist der positiven Pandemieentwicklung zu verdanken. In den USA ging die Anzahl der Neuinfektionen stark zurück, was sich im Dienstleistungssektor mit einem Stellenaufbau positiv bemerkbar machte.

Der erfreuliche Rückgang der Anzahl der täglichen Neuinfektionen wird sich vor allem im Februar bemerkbar machen. Zahlreiche Städte und Bundesstaaten sind derzeit dabei, Restriktionen zu lockern. Vor allem Restaurants empfangen im aktuell laufenden Monat wieder mehr Gäste. Da die hohen Jobverluste zu einem guten Teil im Freizeitsektor und Gaststättenbereich anfielen, bedeutet jede Lockerung einen höheren Bedarf an Arbeitskräften. Bleibt es beim rückläufigen Infektionstrend, wird sich der US-Arbeitsmarkt in kleinen Schritten erholen.

Kommen schliesslich die Impfungen voran, wird der Arbeitsplatzaufbau rasch grössere Dimensionen annehmen. Schwer abschätzbar ist indes, wie stark sich Gewohnheitsänderungen auf den Einzelhandel auswirken werden. Wird auch nach Beendigung der Corona-Krise mehr im Internet bestellt, fällt zukünftig die Sockelarbeitslosigkeit höher aus.

Für US-Präsident Joe Biden beginnt die Amtszeit mit einem kleinen Arbeitsplatzaufbau. Im Weissen Haus wird man froh sein, dass es nicht erneut in den Rückwärtsgang ging. Über den nur mageren Jobaufbau im Januar sollte nicht lamentiert werden. Die Bilanz wird bald schon eine bessere sein.

Kommt es im Februar und in den Folgemonaten zu einem stärkeren Arbeitsplatzaufbau, wird die Arbeit für den US-Notenbankpräsidenten indes ungemütlich. Je mehr sich die US-Wirtschaft erholt, desto weniger bedarf es der Fed-Hilfen. Die Kunst wird sein, diese Nachricht den Finanzmärkten möglichst schonend zu überbringen. Aus Sicht der Notenbank ist der schwache US-Arbeitsmarktbericht deshalb fast schon eine gute Nachricht, zumindest passt die Geldpolitik gegenwärtig noch. Die Fed hat noch eine Schonfrist bekommen.

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